
Die Fächer Ethik und Religion werden von der Klassenstufe 5 bis 12 unterrichtet und stellen einen wichtigen Baustein im Bereich Werteerziehung dar. Wir thematisieren sowohl sozial- als auch religionswissenschaftliche Aspekte und arbeiten eng zusammen, z. B. bei der Durchführung gemeinsamer Projekte.
Das Fach Ethik beschäftigt sich – der jeweiligen Altersstufe gemäß – mit fundamentalen philosophischen Fragen, wie:
Was kann ich wissen?
Was soll ich tun?
Was darf ich hoffen?
Was ist der Mensch?
Die Schülerinnen und Schüler sollen in zunehmend komplexer Weise dazu befähigt werden, sich mit dem Ursprung und Sinn menschlicher Existenz auseinanderzusetzen sowie das eigene Verhalten einer kritischen Prüfung zu unterziehen. Dabei werden Denkmodelle unterschiedlicher philosophischer Richtungen bzw. Weltreligionen gegenübergestellt und deren Möglichkeiten und Grenzen analysiert.
Durch die Auseinandersetzung mit aktuellen Fragen oder Problemen im Unterricht entwickeln die Kinder und Jugendlichen moralische Urteilsfähigkeit, Empathie und Toleranz. Dadurch soll ihre Handlungsfähigkeit in einer zunehmend pluralen Gesellschaft gestärkt werden.
Kennzeichnend für den Ev. Religionsunterricht ist der Gedanke der Evangelischen Freiheit sowie ein zuversichtlicher und achtungsvoller Blick auf den einzelnen Menschen und das Leben. Dabei steht er den kirchlich beheimateten Schülern genauso offen wie den distanzierteren.
Er gibt Raum für persönliche Anliegen, offene Gespräche und kreatives Schaffen.
Als Schulfach zeichnet sich der Religionsunterricht durch eine große thematische Weite aus. Dazu gehört neben dem sachgemäßen Umgang mit der Bibel und der Kenntnis zentraler christlicher Inhalte und Traditionen auch das Kennenlernen von nichtchristlichen Religionen und Weltanschauungen.
Auch philosophische und ethische Fragestellungen werden in den Blick genommen. Die Auseinandersetzung mit den vielfältigen Formen religiösen Ausdrucks, wie Musik, Bildender Kunst, Literatur, Filmen und Medien fördert die Urteilsfähigkeit.
Historische Zusammenhänge werden geklärt, an den aktuellen und oft drängenden Fragen sozialer und ökologischer Gerechtigkeit gearbeitet.

Gnothi seauton – Erkenne dich selbst!
(altgriech. „Γνῶθι σεαυτόν – Gnṓthi seautón„)
Diese Inschrift soll im Tempel von Delphi gestanden haben und ziert auch eines unserer Aulafenster.
Die Maxime dient als Grundpfeiler der Persönlichkeitsentwicklung, der zur Auseinandersetzung mit der eigenen Identität auffordert. Nur durch das Verständnis des eigenen Wesens können bessere Entscheidungen getroffen und ein sinnvolles Leben geführt werden. Es bedeutet, das eigene Leben bewusst zu gestalten. Der Religionsunterricht bietet an vielen Stellen die Möglichkeit, die eigene Existenz auch im göttlichen Kontext zu betrachten und zu erkennen.