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Der Himmel im Februar

Die Sonne

Die Beobachtungsbedingungen fĂŒr Abendbeobachter bleiben auch im Februar ideal. Die Sonne geht am 01.02. um 7:54 Uhr auf und 17:14 Uhr unter (MEZ). Am 28.02. ist Sonnenaufgang 7:06 Uhr und Sonnenuntergang 18:00 Uhr (MEZ). Die Kulminationshöhen (Mittagshöhe) der Sonne zeigen langsam Richtung FrĂŒhjahr (Monatsanfang 23°, Monatsende 32°). Die SonnenaktivitĂ€ten halten sich derzeit in Grenzen. Die Sonne bewegt sich auf ihr Minimum im AktivitĂ€tszyklus zu. Aktuelles unter: www.sonnen-sturm.info und www.solarham.net verfolgen.

Der Mond

Am 07.02. steht der Mond im letzten Viertel, am 15.02. ist Neumond, am 23.02. befindet sich der Mond im ersten Viertel und am 02.03. ist Vollmond. Die interessantesten Planeten-Mond- Konstellationen stellen sich an folgenden Tagen ein: 08.02. (Mond bei Jupiter/ Morgenhimmel), 09.02. (Mond bei Mars/ Morgenhimmel) und 11.02. (Mond bei Saturn/ Morgenhimmel).  Am 01. Februar zieht der Mond gegen 19:00 Uhr MEZ knapp am Hauptstern des Löwen (Regulus) vorbei und am Abend des 23.02. durchquert der Mond einen Teil des offenen Sternhaufens Hyaden. Besonders interessant dĂŒrfte hier die Bedeckung des Hauptsterns im Stier – Aldebaran – sein. Diese beginnt um den Sonnenuntergang 17:45 Uhr MEZ (schwierige Beobachtung – nur mit Fernglas auf Stativ oder Teleskop) und endet 18:55 Uhr MEZ. Immerhin ist der zunehmende Mond erst zu HĂ€lfte beleuchtet und seine unbeleuchtete östliche Seite zieht voran. Die nĂ€chste Aldebaran-Bedeckungsserie erfolgt ab 2033. Also Chance nutzen!

Gut zu beobachtende Planeten

Venus taucht ab der Monatsmitte in der AbenddÀmmerung am westlichen Horizont auf. Ihre scheinbare Helligkeit liegt bei -3,9m. Noch ist unser Nachbarplanet kein spektakulÀres Objekt. Im Teleskop zeigt sich Venus als kleines und fast voll beleuchtetes Scheibchen.

Mars ist am Morgenhimmel gut sichtbar. Der rote Planet findet sich am Monatsanfang noch im Sternbild Skorpion unweit des ebenfalls rötlichen Hauptsternes Antares. Dann wechselt er in das Sternbild SchlangentrÀger und seine scheinbare Helligkeit steigt auf 0,8m an. Im Teleskop ist der Anblick noch unspektakulÀr.

Jupiter ist der Planet der zweiten NachthĂ€lfte und mit einer scheinbaren Helligkeit von -2,2m, im lichtschwachen Sternbild Waage nicht zu ĂŒbersehen. Jupiter und Erde nĂ€hern sich einander. Somit verbessern sich die Aussichten fĂŒr Teleskopbeobachter. Ohne Probleme erkennt man bereits die Abplattung des Planeten, OberflĂ€chendetails (BĂ€nder, Streifen) und natĂŒrlich die Galileischen Monde. Lohnend!

Saturn ist ebenfalls am sĂŒdöstlichen Morgenhimmel sichtbar. Er findet sich im Sternbild SchĂŒtze. Seine scheinbare Helligkeit liegt bei zirka 0,5m. Wer es schafft, so frĂŒh sein Teleskop zu positionieren, wird mit einem Blick in die weit geöffneten Saturnringe belohnt.

Uranus ist weiterhin in der ersten NachthÀlfte im Sternbild Fische mit dem Fernglas oder Teleskop beobachtbar. Seine Untergangszeit verschiebt sich von Mitternacht auf zirka 22:00 Uhr.

Sterne und Sternbilder am Abendhimmel – besonders lohnende Objekte (Auswahl)

Der Abendhimmel gehört den Wintersternbildern Orion, Stier, Fuhrmann, Zwillinge, Kleiner und Großer Hund. Das Wintersechseck bestehend aus den markanten Sternen Rigel, Aldebaran, Kapella, Pollux, Prokyon und Sirius ist sehr gut sichtbar (Sonderthema). Am Westhimmel sind noch die Herbststernbildern Pegasus, Andromeda und Perseus erkennbar. Zahlreiche Glanzlichter kennzeichnen die Beobachtungstouren am Winterhimmel. Eine kleine Auswahl:

Tipp 1: M 37 ist der hellste, grĂ¶ĂŸte und sternenreichste Sternhaufen im Sternbild Fuhrmann. Bereits mit einem Feldstecher 10x50 als Haufen erkennbar, entfaltet M 37 im Teleskop ab 100mm Öffnung seine volle Pracht. Entfernung 4150 Lichtjahre, Alter rund 345 Millionen Jahre. Lohnend! 

Tipp 2: das Sternbild Stier bietet mit den offenen Sternhaufen Plejaden und Hyaden zwei astronomische Beobachtungsklassiker. Diese bilden das Goldene Tor der Ekliptik. Die Plejaden M 45 (Entfernung 420 LJ) sind bereits mit bloßem Auge als Haufen erkennbar. Sechs Sterne sollten bei klarem Himmel problemlos sichtbar sein. Im Fernglas prĂ€sentiert sich der Sternhaufen als Ă€ußerst lohnendes Objekt. Bitte auch auf die Sternenkette sĂŒdlich von Alcyone achten! Die Hyaden (keine M- oder NGC- Nummer, Entfernung 140 LJ) finden sich um den Hauptstern Aldebaran (Entfernung 66 LJ, damit steht Aldebaran deutlich „vor“ dem Sternhaufen Hyaden). Die Sterne in diesem Haufen sind deutlich lockerer angeordnet als die Plejaden. Auf Bedeckungen durch den Mond am 23.02. achten!

Tipp 3: Orion ist fĂŒr viele Beobachter eines der schönsten Sternbilder am nördlichen Nachthimmel. Die gewaltigen Gas- und Staubwolken des Orionnebels M 42 (Emissionsnebel) unterhalb der GĂŒrtelsterne sollte man sich nicht entgehen lassen. Ein Blick in das 1500 Lichtjahre entfernte Sternentstehungsgebiet ist spektakulĂ€r. Mit  einem guten Fernglas bzw. einer Teleskopöffnung ab 130mm und einer geringen VergrĂ¶ĂŸerung sollte zudem der offene Sternhaufen NGC 1981im nördlichen Bereich des Nebels sichtbar werden. Auch das Trapez, eine kompakte Gruppe von vier Sternen im Nebel, lĂ€sst sich mit diesen Instrumenten gut beobachten. Astronomen gehen davon aus, dass in dieser Wolke bereits mehr als 2000 Sterne entstanden. Die gewaltige Gaswolke des Nebels wird durch die Strahlung benachbarter junger Sterne zum „GlĂŒhen“ gebracht wird. Das angeregte Wasserstoffgas leuchtet stark im roten Bereich. Daher erscheinen Emissionsnebel auf Fotografien hĂ€ufig rötlich.  

Tipp 4: die Zweiersternenkette der Zwillinge ist dank Kastor und Pollux leicht auffindbar. Der offene Sternhaufen M 35, an der Grenze zum Stier, ist ein klassisches Amateurobjekt und rund 3000Lichtjahre von uns entfernt. Auf einer HimmelsflĂ€che von einem Vollmonddurchmesser sind zirka 120 Sterne schon mit einem guten Feldstecher sichtbar. Normalerweise sind offene Sternhaufen eher jung. Dieser ist mit rund 2 Mrd. Jahren ein vergleichsweise sehr altes Gebilde, was wohl an der großen Gesamtmasse des Haufens liegt, die die Sterne immer noch zusammenhĂ€lt.

Tipp 5: M 78 im Sternbild Orion ist der hellste Reflexionsnebel an unserem Nachthimmel. Reflexionsnebel leuchten im Unterschied zu Emissionsnebeln nicht selbst, sondern reflektieren das Licht benachbarter Stern. In dem Fall reflektiert M 78 das Licht von zwei blĂ€ulichen Riesensternen. Entfernung 1350 LJ.  

Tipp 6: Im unspektakulÀren Sternbild Krebs findet sich der offene Sternhaufen M 44 (Praesepe). Dieser eindrucksvolle und leicht zu findende Haufen zeigt gut ein Dutzend Sterne und liegt mit einer Entfernung von rund 610 Lichtjahren relativ sonnennah. Das Objekt ist im Vergleich zur Sonne mit rund 800 Millionen Jahren relativ jung.

Tipp 7: Weiße Zwerge bilden den Endpunkt der Sternentwicklung sonnenĂ€hnlicher Sterne. Es handelt sich um ausgebrannte Kerne von roten Riesensternen, die ihre SternhĂŒllen ins Universum abgestoßen haben. Aufgrund ihrer minimalen GrĂ¶ĂŸe und kleinen OberflĂ€che verlieren sie nach dem Untergang des Sterns nur allmĂ€hlich ihre sehr hohe Temperatur und „glĂŒhen“ noch Millionen Jahre nach. Normalerweise kann man solche Weißen Zwerge mit amateurastronomischen Methoden nur schwer beobachten, da es sich um schwache und unauffĂ€llige LichtpĂŒnktchen handelt. Der Wintersternhimmel bietet eine gute Möglichkeit: Omikron 2 Erdiani. Der Doppelstern in 16,5 LJ Entfernung besteht aus einer orangen Hauptkomponente (4,4m scheinbare Helligkeit) und dem 9,5m hellen Weißen Zwerg (Durchmesser nur 20.000km). Ohne Teleskop geht hier nichts!  

Tipp 8: Zwergplanet Ceres erreichte am 31. Januar seine Oppositionsposition zur Sonne. Der einzige Zwergplanet im AsteroidengĂŒrtel findet sich im Sternbild Krebs. Seine scheinbare Helligkeit liegt bei rund 7m. Somit ist er nur im Teleskop oder Fernglas sichtbar. Kulminationszeit am Monatsende 22:40 Uhr MEZ.

Tipp 9: Milchstraße beobachten. Raus aus der Stadt. Dunklen Standort mit Rundumblick suchen. Dann ist das Band der winterlichen Milchstraße von Sirius im Großen Hund ĂŒber Zwillinge, Fuhrmann, Perseus, Kassiopeia, Cepheus bis zum Stern Deneb im Schwan auch im Februar gut sichtbar.