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Der Himmel im Februar

Die Sonne

Die Beobachtungsbedingungen fĂŒr Abendbeobachter bleiben auch im Februar ideal. Die Sonne geht am 01.02. um 7:54 Uhr auf und 17:13 Uhr unter (MEZ). Am 29.02. ist Sonnenaufgang 7:05 Uhr und Sonnenuntergang 18:01 Uhr (MEZ). Die Kulminationshöhen (Mittagshöhe) der Sonne zeigen langsam Richtung FrĂŒhjahr (Monatsanfang 23°, Monatsende 32°). Die Sonne befindet sich in ihrem AktivitĂ€tsminimum. Aktuelles unter: www.sonnen-sturm.info und www.solarham.net .

Der Mond

Am 02.02. befindet sich der Mond im ersten Viertel, am 09.02.ist Vollmond, am 15.02. steht der Mond im letzten Viertel und am 23.02. ist Neumond. Die interessantesten Planeten-Mond- Konstellationen stellen sich an folgenden Tagen ein: 18.02. Mond bei Mars (Morgenhimmel), 20.02. Mond bei Jupiter (Morgenhimmel) und 27.02. Mond bei Venus (Abendhimmel). In der Nacht vom 03./04. Februar nÀhert sich der Mond dem offenen Sternhaufen Hyaden im Sternbild Stier.

Gut zu beobachtende Planeten

Merkur taucht in der zweiten Februarwoche nach Sonnenuntergang am westlichen Abendhimmel auf. Am 10. Februar erreicht der kleinste Planet seine grĂ¶ĂŸte östliche Elongation von 18°. Die scheinbare Helligkeit liegt zwischen -1,0m und 0m. Allerdings beschrĂ€nkt sich die Sichtbarkeit auf die Dauer von max. 90min nach Sonnenuntergang. SpĂ€testens kurz nach 19:00 Uhr verschwindet der Planet wieder im Horizontdunst. Ein Fernglas ist fĂŒr das AufspĂŒren in jedem Fall hilfreich. Im Teleskop zeigt sich Merkur als kleines halbbeleuchtetes Scheibchen (Dichtomie).

Venus ist weiterhin strahlend hell (scheinbare Helligkeit ca.-4m) am westlichen Abendhimmel sichtbar. Die nahe Begegnung mit der Mondsichel am Abendhimmel des 27. Februar zeigt einen lohnenden Anblick.

Mars zeigt sich am Morgenhimmel und tritt Mitte des Monats in das Sternbild SchĂŒtze ein. Seine scheinbare Helligkeit nimmt auf 1,1m zu. Der rote Planet nĂ€hert sich allmĂ€hlich wieder der Erde. Im Teleskop bleibt der Anblick unspektakulĂ€r.

Jupiter taucht im SĂŒdosten am Morgenhimmel auf. Seine Sichtbarkeit verbessert sich im Laufe des Monats und ab Monatsende ist der scheinbar -2,0m helle Planet unschwer auffindbar.

Auch Saturn ist ab Monatsende am sĂŒdöstlichen Morgenhimmel sichtbar. Er findet sich horizontnah im Sternbild SchĂŒtze. Seine scheinbare Helligkeit liegt bei zirka 0,7m.  

FĂŒr die beiden großen Gasplaneten sind die Beobachtungsbedingungen noch nicht gĂŒnstig.

Uranus ist weiterhin in der ersten NachthÀlfte im Grenzbereich der Sternbilder Fische und Widder mit dem Fernglas oder Teleskop beobachtbar. Seine Untergangszeiten verschieben sich von Mitternacht auf zirka 22:00 Uhr.

Sterne und Sternbilder am Abendhimmel – besonders lohnende Objekte (Auswahl)

Der Abendhimmel gehört den Wintersternbildern Orion, Stier, Fuhrmann, Zwillinge, Kleiner und Großer Hund. Das Wintersechseck bestehend aus den markanten Sternen Rigel, Aldebaran, Kapella, Pollux, Prokyon und Sirius ist sehr gut sichtbar (Sonderthema). Am Westhimmel sind noch die Herbststernbildern Pegasus, Andromeda und Perseus erkennbar. Zahlreiche Glanzlichter kennzeichnen die Beobachtungstouren am Winterhimmel. Eine kleine Auswahl:

Tipp 1: M 37 ist der hellste, grĂ¶ĂŸte und sternenreichste Sternhaufen im Sternbild Fuhrmann. Bereits mit einem Feldstecher 10x50 als Haufen erkennbar, entfaltet M 37 im Teleskop ab 100mm Öffnung seine volle Pracht. Entfernung 4150 Lichtjahre, Alter rund 345 Millionen Jahre. Lohnend! 

Tipp 2: das Sternbild Stier bietet mit den offenen Sternhaufen Plejaden und Hyaden zwei astronomische Beobachtungsklassiker. Diese bilden das Goldene Tor der Ekliptik. Die Plejaden M 45 (Entfernung 420 LJ) sind bereits mit bloßem Auge als Haufen erkennbar. Sechs Sterne sollten bei klarem Himmel problemlos sichtbar sein. Im Fernglas prĂ€sentiert sich der Sternhaufen als Ă€ußerst lohnendes Objekt. Die Hyaden (keine M- oder NGC- Nummer, Entfernung 140 LJ) finden sich um den Hauptstern Aldebaran (Entfernung 66 LJ, damit steht Aldebaran deutlich „vor“ dem Sternhaufen Hyaden). Die Sterne in diesem Haufen sind deutlich lockerer angeordnet als die Plejaden. 

Tipp 3: Orion ist fĂŒr viele Beobachter eines der schönsten Sternbilder am nördlichen Nachthimmel. Die gewaltigen Gas- und Staubwolken des Orionnebels M 42 (Emissionsnebel) unterhalb der GĂŒrtelsterne sollte man sich nicht entgehen lassen. Ein Blick in das 1500 Lichtjahre entfernte Sternentstehungsgebiet ist spektakulĂ€r. Mit einem guten Fernglas bzw. einer Teleskopöffnung ab 130mm und einer geringen VergrĂ¶ĂŸerung sollte zudem der offene Sternhaufen NGC 1981 im nördlichen Bereich des Nebels sichtbar werden. Auch das Trapez, eine kompakte Gruppe von vier Sternen im Nebel, lĂ€sst sich mit diesen Instrumenten gut beobachten. Astronomen gehen davon aus, dass in dieser Wolke bereits mehr als 2000 Sterne entstanden. Die gewaltige Gaswolke des Nebels wird durch die Strahlung benachbarter junger Sterne zum „GlĂŒhen“ gebracht wird. Das angeregte Wasserstoffgas leuchtet stark im roten Bereich. Daher erscheinen Emissionsnebel auf Fotografien hĂ€ufig rötlich.  

Tipp 4: die Zweiersternenkette der Zwillinge ist dank Kastor und Pollux leicht auffindbar. Der offene Sternhaufen M 35, an der Grenze zum Stier, ist ein klassisches Amateurobjekt und rund 3000Lichtjahre von uns entfernt. Auf einer HimmelsflĂ€che von einem Vollmonddurchmesser sind zirka 120 Sterne schon mit einem guten Feldstecher sichtbar. Normalerweise sind offene Sternhaufen eher jung. Dieser ist mit rund 2 Mrd. Jahren ein vergleichsweise sehr altes Gebilde, was wohl an der großen Gesamtmasse des Haufens liegt, die die Sterne immer noch zusammenhĂ€lt.

Tipp 5: M 78 im Sternbild Orion ist der hellste Reflexionsnebel an unserem Nachthimmel. Reflexionsnebel leuchten im Unterschied zu Emissionsnebeln nicht selbst, sondern reflektieren das Licht benachbarter Stern. In dem Fall reflektiert M 78 das Licht von zwei blĂ€ulichen Riesensternen. Entfernung 1350 LJ.  

Tipp 6: Im unspektakulĂ€ren Sternbild Krebs findet sich der offene Sternhaufen M 44 (Praesepe). Dieser eindrucksvolle und leicht zu findende Haufen zeigt gut ein Dutzend Sterne und liegt mit einer Entfernung von rund 600 Lichtjahren relativ sonnennah. Das Objekt ist im Vergleich zur Sonne mit rund 800 Millionen Jahren relativ jung. Ebenfalls im Sternbild Krebs findet sich nahe des Sterns α Cancri der rund 4 Milliarden Jahre alte offenen Sternhaufen M 67. Seine Entfernung betrĂ€gt rund 3000 LJ. Teleskope ab 200mm Öffnung zeigen die Ansammlung in voller Pracht.

Tipp 7: Weiße Zwerge bilden den Endpunkt der Sternentwicklung sonnenĂ€hnlicher Sterne. Es handelt sich um ausgebrannte Kerne von roten Riesensternen, die ihre SternhĂŒllen ins Universum abgestoßen haben. Aufgrund ihrer minimalen GrĂ¶ĂŸe und kleinen OberflĂ€che verlieren sie nach dem Untergang des Sterns nur allmĂ€hlich ihre sehr hohe Temperatur und „glĂŒhen“ noch Millionen Jahre nach. Normalerweise kann man solche Weißen Zwerge mit amateurastronomischen Methoden nur schwer beobachten, da es sich um schwache und unauffĂ€llige LichtpĂŒnktchen handelt. Der Wintersternhimmel bietet eine gute Möglichkeit: Omikron 2 Erdiani. Der Doppelstern in 16,5 LJ Entfernung besteht aus einer orangen Hauptkomponente (4,4m scheinbare Helligkeit) und dem 9,5m hellen Weißen Zwerg (Durchmesser nur 20.000km). Ohne Teleskop geht hier nichts!

Tipp 8: Milchstraße beobachten. Raus aus der Stadt. Dunklen Standort mit Rundumblick suchen. Dann ist das Band der winterlichen Milchstraße von Sirius im Großen Hund ĂŒber Zwillinge, Fuhrmann, Perseus, Kassiopeia, Cepheus bis zum Stern Deneb im Schwan auch im Februar gut sichtbar.