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Der Himmel im Januar

Die Sonne

Die Beobachtungsbedingungen fĂŒr Abend- und Morgenbeobachter sind im Januar ideal. Die Sonne geht am 01.01. um 8:19 Uhr auf und 16:28 Uhr unter (MEZ). Am 31.01. ist Sonnenaufgang 7:56 Uhr und Sonnenuntergang 17:11 Uhr (MEZ). Die Kulminationshöhe (Mittagshöhe) der Sonne bleibt im Januar niedrig (Monatsanfang 17°, Monatsende 23°). Die aktuell minimalen SonnenaktivitĂ€ten kann man unter: www.sonnen-sturm.info verfolgen.

Der Mond

Am 03.01. zeigt sich der Mond im ersten Viertel, am 10.01. ist Vollmond, am 17.01. befindet sich der Mond im letzten Viertel und am 24.01. ist Neumond. Die interessanteste Planeten-Mond-Konstellationen am Jahresanfang: 21.01. Mond bei Mars/ Morgenhimmel und 28.01. Mond bei Venus/ Abendhimmel. In der Nacht vom 7. zum 8. Januar wandert der Mond nördlich an dem offenen Sternhaufen Hyaden und am Hauptstern des Sternbildes Stier (Aldebaran) vorbei. Halbschatten-Mondfinsternis am 10. Januar 2020. Die Halbschattenfinsternis ist unspektakulĂ€r und nur fĂŒr geĂŒbte Beobachter in Form einer leichten Verdunklung der sĂŒdlichen Polregion des Mondes zum Höhepunkt der Finsternis erkennbar. Der Eintritt in den Halbschatten erfolgt kurz nach 18:00 Uhr, die Mitte der Finsternis ist gegen 20:00 Uhr erreicht und die Finsternis endet zirka 22:15 Uhr. Die Sternwarte hat an diesem Tag regulĂ€r ab 18:00 Uhr geöffnet.

Gut zu beobachtende Planeten

Venus zeigt sich in den frĂŒhen Abendstunden als strahlender Abendstern im SĂŒdwesten. Die scheinbare Helligkeit liegt bei zirka -4m. Damit ist unser Nachbarplanet nicht zu ĂŒbersehen. Im Teleskop bietet sich ein eher unspektakulĂ€res Bild. Das Venusscheibchen ist zu 75% beleuchtet und relativ klein. In den nĂ€chsten Monaten nĂ€hern sich Venus und Erde an und die Beobachtungsbedingungen verbessern sich.

Mars ist ab zirka 5:00 Uhr am Morgenhimmel im SĂŒdosten sichtbar. Seine scheinbare Helligkeit liegt bei zirka 1,5m. Damit ist der rote Planet eine nur mĂ€ĂŸig auffĂ€llige Erscheinung. Auch im Teleskop stellt Mars kein herausragendes Beobachtungsobjekt dar.

Uranus kann im Januar weiterhin in der ersten NachthĂ€lfte im Sternbild Fische gesichtet werden. Allerdings bleibt  der ferne Planet unter dem Stadthimmel ohne Hilfsmittel unsichtbar. Seine scheinbare Helligkeit liegt bei nur 5,8m und die Entfernung von Uranus zur Erde betrĂ€gt rund 3 Milliarden km. Das sind knapp 20 AE (AE= astronomische Einheit = Entfernung Erde- Sonne). Licht braucht fĂŒr diese Strecke eine Laufzeit von rund 2,5 Stunden.

Sterne und Sternbilder am Abendhimmel – besonders lohnende Objekte (Auswahl)

Der Abendhimmel gehört den Wintersternbildern Orion, Stier, Fuhrmann, Zwillinge, Kleiner und Großer Hund. Das Wintersechseck bestehend aus den markanten Sternen Rigel, Aldebaran, Kapella, Pollux, Prokyon und Sirius ist sehr gut sichtbar. Am Westhimmel sind noch die Herbststernbildern Pegasus, Andromeda und Fische erkennbar. Zahlreiche Glanzlichter kennzeichnen die Beobachtungstouren am Winterhimmel. Beste Zeit fĂŒr den Besuch einer Sternwarte. Hier eine kleine Auswahl:

Tipp 1: M 37 ist der hellste, grĂ¶ĂŸte und sternenreichste Sternhaufen im Sternbild Fuhrmann. Bereits mit einem Feldstecher 10x50 als Haufen erkennbar, entfaltet M 37 im Teleskop ab 100mm Öffnung seine volle Pracht. Entfernung 4150 Lichtjahre, Alter rund 345 Millionen Jahre. Lohnend! 

Tipp 2: das Sternbild Stier bietet mit den offenen Sternhaufen Plejaden und Hyaden zwei astronomische Beobachtungsklassiker. Diese bilden das Goldene Tor der Ekliptik. Die Plejaden M 45 sind bereits mit bloßem Auge als Haufen erkennbar. Sechs Sterne sollten bei klarem Himmel problemlos sichtbar sein. Im Fernglas prĂ€sentiert sich der Sternhaufen als Ă€ußerst lohnendes Objekt. Auf die Sternenkette sĂŒdlich von Alcyone achten! Die Hyaden finden sich um den Hauptstern Aldebaran. Die Sterne in diesem Haufen sind deutlich lockerer angeordnet als die Plejaden und zeigen sich am eindrucksvollsten in einem schwach vergrĂ¶ĂŸernden Opernglas.

Tipp 3: Orion ist fĂŒr viele Beobachter eines der schönsten Sternbilder am nördlichen Nachthimmel. Die gewaltige Gaswolke des Orionnebels M 42 (Emissionsnebel) unterhalb der GĂŒrtelsterne sollte man sich nicht entgehen lassen. Ein Blick in das 1.500 Lichtjahre entfernte Sternentstehungsgebiet ist spektakulĂ€r. Mit einem guten Fernglas bzw. einer Teleskopöffnung ab 130mm und einer geringen VergrĂ¶ĂŸerung sollte zudem der offene Sternhaufen NGC 1981 im nördlichen Bereich des Nebels sichtbar werden. Auch das Trapez, eine kompakte Gruppe von vier Sternen im Nebel, lĂ€sst sich mit diesen Instrumenten gut beobachten. Astronomen gehen davon aus, dass in dieser Wolke bereits mehr als 2000 Sterne entstanden.  

Tipp 4: die Zweiersternenkette der Zwillinge ist dank Kastor und Pollux leicht auffindbar. Der offene Sternhaufen M 35, an der Grenze zum Stier, ist ein klassisches Amateurobjekt und rund 3.000Lichtjahre von uns entfernt. Auf einer HimmelsflĂ€che von einem Vollmonddurchmesser sind zirka 120 Sterne schon mit einem guten Feldstecher sichtbar. Normalerweise sind offene Sternhaufen eher jung. Dieser ist mit rund zwei Mrd. Jahren ein vergleichsweises sehr altes Gebilde, was wohl an der großen Gesamtmasse des Haufens liegt, die die Sterne immer noch zusammenhĂ€lt.

Tipp 5: NGC 2392- der Eskimonebel im Sternbild Zwillinge. Dieser planetarische Nebel ist nur mit einem Teleskop ab 200mm in seinen Einzelheiten sichtbar und steht fĂŒr das Ende eines sonnenĂ€hnlichen Sterns der seine GashĂŒlle abgestoßen hat. Bekannt wurde er, weil seine Form an ein Gesicht in einer Pelzkapuze erinnert.

Tipp 6: Krabbennebel/ Krebsnebel M 1 im Sternbild Stier- das erste Objekt im Messier- Katalog. Im Teleskop zeigt sich M 1 als kleines ovales Nebelwölkchen eher unspektakulĂ€r, ganz im Gegensatz zu seiner Entstehung, die auf eine Supernovaexplosion zurĂŒckzufĂŒhren ist. FĂŒr uns unsichtbar, befindet sich im Zentrum des Supernovarestes ein Neutronenstern von nur wenigen Kilometern Durchmesser, gigantischer Masse und extremer Rotation (30-mal in einer Sekunde). Das Objekt liegt in unserer Milchstraße zirka 6.300 LJ entfernt und die Nebelreste dehnen sich auch heute immer weiter aus. Übrigens haben chinesische Astronomen diese Supernovaexplosion 1054 beobachtet und dokumentiert.

Tipp 7: Im Sternbild Einhorn, gleich neben Orion, gibt es zwei schöne offene Sternhaufen NGC 2244 im Rosettennebel und NGC 2264 etwas weiter nördlich. Letzterer sieht im Teleskop wie ein Weihnachtsbaum aus. Ausprobieren.

Tipp 8: Milchstraße beobachten. Raus aus der Stadt. Dunklen Standort mit Rundumblick suchen. Dann ist das Band der winterlichen Milchstraße von Sirius im Großen Hund ĂŒber Zwillinge, Fuhrmann, Perseus, Kassiopeia, Cepheus bis zum Stern Deneb im Schwan sichtbar. Schön!