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Der Himmel im Juni

Die Sonne

Die Sommersonnenwende naht. Am 21.06. passiert die Sonne kurz vor 17:00 Uhr MEZ den Gipfel ihrer Jahresbahn und erreicht gleichzeitig ihren mittĂ€glichen Höchststand ĂŒber dem Horizont von 63,4°. Der astronomische Sommer beginnt. Die Sonne geht am 01.06. um 5:16 Uhr auf und 21:20 Uhr unter (MESZ). Am 30.06. ist Sonnenaufgang 5:14 Uhr und Sonnenuntergang 21:33 Uhr (MESZ). Aufgrund der kurzen NĂ€chte ist eine abendliche Beobachtung erst ab zirka 22:30 MESZ möglich. Sonnenbeobachter können die derzeit geringen SonnenaktivitĂ€ten unter www.sonnen-sturm.info und www.solarham.net verfolgen.

Der Mond

Am 03.06. ist Neumond, am 10.06. zeigt sich der Mond im ersten Viertel, am 17.06. ist Vollmond und am 25.06. steht der Mond im letzten Viertel. Die interessantesten Planeten-Mond- Konstellationen stellen sich am 04.06. (Mond bei Merkur/ Abendhimmel), am 05.06. (Mond bei Mars/ Abendhimmel), am 16.06. (Mond bei Jupiter/ Abendhimmel) und am 19.06. (Mond bei Saturn/ Morgenhimmel) ein.

Gut zu beobachtende Planeten

Merkur ist zwischen dem 05. Juni und 20. Juni kurz nach Sonnenuntergang im NW sichtbar. Die scheinbare Helligkeit des Planeten geht im Laufe seiner Sichtbarkeitsphase von -0,7m auf 0,2m zurĂŒck. Ein Fernglas ist zum Auffinden in jedem Fall hilfreich. Am 18. Juni wandert der flinke Planet am rötlichen Mars vorbei. Auch dieses Ereignis zeigt sich nur im Fernglas. Ein Blick durch das Teleskop zeigt Merkur halb beleuchtet.

Venus ist trotz einer scheinbaren Helligkeit von -3,9m nicht mehr gut am Morgenhimmel sichtbar. Der Planet nĂ€hert sich seiner oberen Konjunktion, d. h. er verschwindet im Juli hinter der Sonne und hat bald seinen grĂ¶ĂŸten Erdabstand erreicht. Dieser Umstand ist auch im Teleskop wahrnehmbar. Venus zeigt sich hier als kleines, fast vollbeleuchtetes Scheibchen.

Auch Mars zieht sich nach einer langen Beobachtungsphase vom Abendhimmel zurĂŒck. Ab Mitte Juni ist unser Ă€ußerer Nachbar nur noch mit Hilfsmitteln im NW in der AbenddĂ€mmerung sichtbar.

Jupiter, im Sternbild SchlangentrĂ€ger, erreicht am 10. Juni seine Oppositionsstellung zur Sonne. Die Zeit seiner besten Sichtbarkeit beginnt. Der Riesenplanet ist die ganze Nacht sichtbar und erstrahlt mit einer scheinbaren Helligkeit von -2,6m.  Das abgeplattete Scheibchen mit WolkenbĂ€ndern, der Große Rote Fleck und die vier grĂ¶ĂŸten Monden Io, Ganymed, Kallisto und Europa können im Teleskop gut beobachtet werden.

Auch Saturn nĂ€hert sich seiner Opposition im Folgemonat Juli. Der Ringplanet wird im Laufe des Monats zum Planeten der gesamten Nacht. Seine scheinbare Helligkeit steigert sich auf 0,1m. Damit ist er im Sternbild SchĂŒtze ein markantes Objekt. Im Teleskop blickt man auf die Nordhalbkugel des Planeten, sieht das weit geöffnete Ringsystem und den grĂ¶ĂŸten Mond Titan sowie den saturnnahen Mond Rhea. Allerdings stehen beide Gasriesen in diesem Sommer relativ horizontnah und die störende Luftunruhe wird die Beobachtung beeintrĂ€chtigen.

Sterne und Sternbilder am Abendhimmel – besonders lohnende Objekte (Auswahl)

Die FrĂŒhlingssternbilder Krebs, Löwe, Jungfrau und BĂ€renhĂŒter (Bootes) beherrschen den sĂŒdwestlichen Abendhimmel. Der östlichen Abendhimmel gehört den Sommersternbildern mit Leier, Schwan und Adler. Dazwischen liegen die interessanten Sternbilder Nördliche Krone, Herkules sowie Schlange und SchlangentrĂ€ger. Tief im SĂŒden zeigt sich der Skorpion in der sĂŒdlichen Milchstraße.

Tipp 1: Das FrĂŒhlingsdreieck bestehend aus den Sternen Regulus im Löwen, Spica in der Jungfrau und Arktur im BĂ€renhĂŒter prĂ€gt den Anblick im SĂŒden. Diese Sterne sind sehr verschieden. Arktur ist ein Roter Riese mit 22-fachem Sonnendurchmesser, 200facher Sonnenleuchtkraft und einer OberflĂ€chentemperatur von 4.300 K. Es handelt sich um einen aufgeblĂ€hten Stern im letzten Lebensstadium. Mit 37 LJ Entfernung ist er der nĂ€chstgelegene Himmelskörper dieses Typs. Vermutlich gehört Arktur zu den Sternen der Population II und ist damit fast doppelt so alt wie unsere Sonne. Eine Supernova wird nicht aus Arktur. Dazu ist seine Masse (max. 1,5 Sonnenmassen) zu klein. Er wird seine HĂŒlle in absehbarer Zeit ins All abstoßen und ĂŒbrig bleiben ein planetarischer Nebel und ein Weißer Zwerg. Spica gehört zu einem komplett anderen Sternentypus. Hier handelt es sich um ein sehr enges und heißes Doppelsternsystem. Komponente 1 von Spica erreicht eine OberflĂ€chentemperatur von zirka 22.000 K, die 13.500fache Sonnenleuchtkraft und 11fache Sonnenmasse. Komponente 2 kommt immerhin auf eine OberflĂ€chentemperatur von zirka 18.000 K, 1.700fache Sonnenleuchtkraft und 7-fache Sonnenmasse. Zum Vergleich: die Sonne hat eine OberflĂ€chentemperatur von 5.800 K. Das System ist zirka 260 LJ entfernt. Aufgrund der großen Masse und der enormen Leuchtkraft werden die Sterne nie das Alter der Sonne oder von Arktur erreichen. Die Prognose fĂŒr die Gesamtlebensdauer des Systems liegt bei zirka 10 Millionen Jahren. Komponente 1 von Spica hat ihre BrennstoffvorrĂ€te fast aufgebraucht und wird aufgrund der Masse in absehbarer Zeit als Supernova enden. FĂŒr uns ungefĂ€hrlich, da weit genug entfernt. Das Doppelsternsystem lĂ€sst sich mit Amateurteleskoptechnik nicht beobachten. Regulus bedeute „Kleiner König“ und ist ein Mehrfachsternsystem. Die Entfernung zur Sonne betrĂ€gt zirka 78 LJ. Das 50 Millionen Jahr junge System gehört zur Spektralklasse B 7 und hat eine durchschnittliche OberflĂ€chentemperatur von 13.000 K. Regulus leuchtet blauweiß und besitzt ungefĂ€hr das 140fache der Sonnenleuchtkraft. Im Teleskop lassen sich zwei farblich leicht unterschiedliche Komponenten (A 1,4m blĂ€ulich/ B 7,9m weiß) gut trennen.

Tipp 2: Kugelsternhaufen beobachten! Der Kugelsternhaufen M 5 gehört mit 10 Milliarden Jahren zu den alten Objekten in MilchstraßennĂ€he. Seine Entfernung wird auf etwa 27.000 Lichtjahre geschĂ€tzt. Er findet sich zwischen dem Kopf der Schlange und dem Sternbild BĂ€renhĂŒter. Mit einem Fernglas ist er als kleines Wölkchen erkennbar, im Teleskop (Sternwarte) entwickelt er seine volle Pracht. Auch nicht entgehen lassen sollte man sich hoch im Osten das Sternbild Herkules. Hier findet man den spektakulĂ€ren Kugelsternhaufen M 13, der zirka 25.000 Lichtjahre von uns entfernt liegt. Das geschĂ€tzte Alter des Haufens liegt bei zirka 10 Milliarden Jahren und er besteht aus rund einer Millionen Sterne. M 13 gilt als grĂ¶ĂŸter und hellster Kugelsternhaufen des nördlichen Nachthimmels. Zwischen den Sternbildern BĂ€renhĂŒter und Jagdhunde liegt der Kugelsternhaufen M 3. Der 34.000 LJ entfernte Haufen besitzt einen Durchmesser von 190 LJ und ist sehr sternenreich. Ab 200mm Teleskopöffnung zeigt er sich von seiner spektakulĂ€ren Seite. Unweit von Antares findet sich der Kugelsternhaufen M 4. Schon im kleinen Teleskop zeigen sich viele Einzelsterne. Der Haufen liegt fĂŒr einen Kugelsternhaufen mit 5600 Lichtjahren vergleichsweise nahe, gehört aber mit 55 Lichtjahren Durchmesser eher zu den kleineren Vertretern seiner Art. Sein Alter liegt bei zirka 12 Milliarden Jahren.

Tipp 3: Attraktive Doppelsterne: Albireo. Der zweithellste Stern im Sternbild Schwan ist problemlos mit bloßem Auge sichtbar und zeigt sich schon in kleinen Teleskopen als Sternenpaar mit deutlichem Farbkontrast. Ebenfalls ein deutlicher Farbkontrast findet sich beim Doppelsternsystem 95 Herculis (95 Her) im Sternbild Herkules. Porrima in der Jungfrau zeigt im Teleskop zwei gleich helle weiße Sterne. Der echte Doppelstern ist knapp 40 Lichtjahre entfernt und die Komponenten umlaufen den gemeinsamen Masseschwerpunkt (Baryzentrum) in zirka 170 Jahren.

Tipp 4: Der Juni bietet die gute Gelegenheit, nach Antares im Skorpion Ausschau zu halten. Die Sicht nach SĂŒden sollte allerdings frei sein, da der Stern relativ horizontnah steht. Der rotorange leuchtende „AntiAres“ (GegenstĂŒck zum Planeten des Kriegsgottes Ares/ heute Mars) ist rund 600 Lichtjahre entfernt und zĂ€hlt zur Klasse der roten Überriesen. Seine Leuchtkraft ĂŒbertrifft, trotz niedriger OberflĂ€chentemperatur von nur 3000K, die der Sonne um das 40.000-fache und sein Durchmesser wĂŒrde, ĂŒbertragen auf unser Sonnensystem, ĂŒber die Erdbahn hinausragen. Antares ist in der letzten Entwicklungsphase eines Sterns angelangt und wird wahrscheinlich, aufgrund seiner gigantischen Masse (12x Sonnenmasse), als Supernova enden. Sollte dieses Ereignis eintreten, wĂŒrde sich die Sternenhelligkeit auf Vollmondhelligkeit steigern.