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Der Himmel im Januar

Die Sonne

Die Beobachtungsbedingungen für Abend- und Morgenbeobachter sind im Januar ideal. Die Sonne geht am 01.01. um 8:19 Uhr auf und 16:29 Uhr unter (MEZ). Am 31.01. ist Sonnenaufgang 7:55 Uhr und Sonnenuntergang 17:13 Uhr (MEZ). Die Kulminationshöhe (Mittagshöhe) der Sonne bleibt im Januar niedrig (Monatsanfang 17°, Monatsende 23°). Die momentan leicht zunehmenden Sonnenaktivitäten kann man unter: www.sonnen-sturm.info verfolgen.

Der Mond

Am 06.01. zeigt sich der Mond im letzten Viertel, am 13.01. ist Neumond, am 20.01. befindet sich der Mond im ersten Viertel und am 28.01. ist Vollmond. Interessante Planeten-Mond-Konstellationen sind im Januar rar. Lediglich am 21.01. findet sich der Mond in der Nähe von Mars am Abendhimmel.

Gut zu beobachtende Planeten

Der Januar bietet diesbezüglich nur wenige Glanzlichter.

Merkur zeigt sich in der zweiten Monatshälfte kurz am frühen Abendhimmel. Die besten Tage für eine Sichtung liegen zwischen dem 22. Januar und 26. Januar. Dann kann man den flinken Planeten in der Abenddämmerung gegen 18:00 Uhr mit einem Fernglas im Südwesten erspähen. Seine scheinbare Helligkeit von -0,7m erleichtert das Auffinden. In größeren Optiken zeigt sich Merkur in diesem Zeitraum als halb beleuchtets Scheibchen.

Venus Zeit als Morgenstern geht zu Ende. In der ersten Januarhälfte zeigt sich der Planet noch kurz vor Sonnenaufgang tief im Südosten. Im letzten Monatsdrittel wird Venus für bloße Augen unsichtbar. Das Venusscheibchen ist im Teleskop fast voll beleuchtet und relativ klein.

Mars bleibt in der ersten Nachthälfte gut im Südwesten sichtbar. Mit einer scheinbaren Helligkeit von zirka 0m ist der rote Planet eine immer noch auffällige Erscheinung. Im Teleskop stellt Mars kein herausragendes Beobachtungsobjekt mehr dar.

Uranus kann im Januar bis kurz nach Mitternacht im Sternbild Widder beobachtet werden. Allerdings bleibt der ferne Planet unter dem Stadthimmel ohne Hilfsmittel unsichtbar. Seine scheinbare Helligkeit liegt bei nur 5,8m und die Entfernung von Uranus zur Erde beträgt rund 3 Milliarden km. Das sind knapp 20 AE (AE= astronomische Einheit = Entfernung Erde- Sonne). Licht braucht für diese Strecke eine Laufzeit von rund 2,5 Stunden. Im Januar bietet sich eine gute Auffindhilfe für Fernglasbeobachter. Um den 20. Januar wandert der deutlich sichtbare Mars oberhalb des grünlichen Gasriesen Uranus im Abstand von zirka einer Vollmondbreite vorbei. Ausprobieren!

Sterne und Sternbilder am Abendhimmel – besonders lohnende Objekte (Auswahl)

Der Abendhimmel gehört den Wintersternbildern Orion, Stier, Fuhrmann, Zwillinge, Kleiner und Großer Hund. Das Wintersechseck bestehend aus den markanten Sternen Rigel, Aldebaran, Kapella, Pollux, Prokyon und Sirius ist sehr gut sichtbar. Am Westhimmel sind noch die Herbststernbildern Pegasus, Andromeda und Fische erkennbar. Im Osten zeigt sich mit dem Sternbild Löwe der noch ferne Frühling. Zahlreiche Glanzlichter kennzeichnen den Winterhimmel. Beste Zeit für Beobachtungen. Hier eine kleine Auswahl:

Tipp 1: M 37 ist der hellste, größte und sternenreichste Sternhaufen im Sternbild Fuhrmann. Bereits mit einem Feldstecher 10x50 als Haufen erkennbar, entfaltet M 37 im Teleskop ab 100mm Öffnung seine volle Pracht. Entfernung 4150 Lichtjahre, Alter rund 345 Millionen Jahre. Lohnend!  Unweit von M 37 finden sich mit M 38 und M 36 zwei weitere schöne offene Sternhaufen für den Fernglasbeobachter (Öffnung 50mm).

Tipp 2: das Sternbild Stier bietet mit den offenen Sternhaufen Plejaden und Hyaden zwei astronomische Beobachtungsklassiker. Diese bilden das Goldene Tor der Ekliptik. Die Plejaden M 45 sind bereits mit bloßem Auge als Haufen erkennbar. Sechs Sterne sollten bei klarem Himmel problemlos sichtbar sein. Im Fernglas präsentiert sich der Sternhaufen als äußerst lohnendes Objekt. Auf die Sternenkette südlich von Alcyone achten! Die Hyaden finden sich um den Hauptstern Aldebaran. Die Sterne in diesem Haufen sind deutlich lockerer angeordnet als die Plejaden und zeigen sich am eindrucksvollsten in einem schwach vergrößernden Opernglas.

Tipp 3: Orion ist für viele Beobachter eines der schönsten Sternbilder am nördlichen Nachthimmel. Die gewaltige Gaswolke des Orionnebels M 42 (Emissionsnebel) unterhalb der Gürtelsterne sollte man sich nicht entgehen lassen. Ein Blick in das 1.500 Lichtjahre entfernte Sternentstehungsgebiet ist spektakulär. Mit einem guten Fernglas bzw. einer Teleskopöffnung ab 130mm und einer geringen Vergrößerung sollte zudem der offene Sternhaufen NGC 1981 im nördlichen Bereich des Nebels sichtbar werden. Auch das Trapez, eine kompakte Gruppe von vier Sternen im Nebel, lässt sich mit diesen Instrumenten gut beobachten. Astronomen gehen davon aus, dass in dieser Wolke bereits mehr als 2000 Sterne entstanden.  

Tipp 4: die Zweiersternenkette der Zwillinge ist dank Kastor und Pollux leicht auffindbar. Der offene Sternhaufen M 35, an der Grenze zum Stier, ist ein klassisches Amateurobjekt und rund 3.000Lichtjahre von uns entfernt. Auf einer Himmelsfläche von einem Vollmonddurchmesser sind zirka 120 Sterne schon mit einem guten Feldstecher sichtbar. Normalerweise sind offene Sternhaufen eher jung. Dieser ist mit rund zwei Mrd. Jahren ein vergleichsweises sehr altes Gebilde, was wohl an der großen Gesamtmasse des Haufens liegt, die die Sterne immer noch zusammenhält.

Tipp 5: NGC 2392- der Eskimonebel im Sternbild Zwillinge. Dieser planetarische Nebel ist nur mit einem Teleskop ab 200mm in seinen Einzelheiten sichtbar und steht für das Ende eines sonnenähnlichen Sterns der seine Gashülle abgestoßen hat. Bekannt wurde er, weil seine Form an ein Gesicht in einer Pelzkapuze erinnert.

Tipp 6: Krabbennebel/ Krebsnebel M 1 im Sternbild Stier- das erste Objekt im Messier- Katalog. Im Teleskop zeigt sich M 1 als kleines ovales Nebelwölkchen eher unspektakulär, ganz im Gegensatz zu seiner Entstehung, die auf eine Supernovaexplosion zurückzuführen ist. Für uns unsichtbar, befindet sich im Zentrum der Supernovareste ein Neutronenstern von nur wenigen Kilometern Durchmesser, gigantischer Masse und extremer Rotation (30-mal in einer Sekunde). Das Objekt liegt in unserer Milchstraße zirka 6.300 LJ entfernt und die Nebelreste dehnen sich auch heute immer weiter aus. Übrigens haben chinesische Astronomen diese Supernovaexplosion 1054 beobachtet und dokumentiert.

Tipp 7: Im Sternbild Einhorn, gleich neben Orion, gibt es zwei schöne offene Sternhaufen NGC 2244 im Rosettennebel und NGC 2264 etwas weiter nördlich. Letzterer sieht im Teleskop wie ein Weihnachtsbaum aus. Ausprobieren.

Tipp 8: Milchstraße beobachten. Raus aus der Stadt. Dunklen Standort mit Rundumblick suchen. Dann ist das Band der winterlichen Milchstraße von Sirius im Großen Hund über Zwillinge, Fuhrmann, Perseus, Kassiopeia, Cepheus bis zum Stern Deneb im Schwan sichtbar. Schön!