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Der Himmel im Juli

Die Sonne

Alle astronomischen Zeichen stehen auf Sommer. Die Kulminationshöhe (Mittagshöhe) der Sonne bleibt unverÀndert hoch zwischen 63° am Monatsanfang und 58° am Monatsende. Ebenso sind die Tage und somit die Einstrahlungsdauer lang. Die Sonne geht am 01.07. um 5:15 Uhr auf und 21:32 Uhr unter (MESZ). Am 31.07. ist Sonnenaufgang 5:48 Uhr und Sonnenuntergang 21:04 Uhr (MESZ). Sonnenbeobachter haben es zurzeit schwer. Die SonnenaktivitÀten sind minimal. Mehr unter: http://www.sonnen-sturm.info.

Der Mond

Am 05.07. ist Vollmond, am 13.07. steht der Mond im letzten Viertel, am 20.07. ist Neumond und am 27.07. zeigt sich der Mond im ersten Viertel. Die interessantesten Planeten-Mond- Konstellationen sind an folgenden Tagen sichtbar: am 05.07. (Mond bei Jupiter/ Abendhimmel), am 06.07. (Mond bei Saturn/ Morgenhimmel), am 11.07 (Mond bei Mars/ ab Mitternacht) und am 17.07. (Mond bei Venus/ Morgenhimmel).

Gut zu beobachtende Planeten

Der Monat Juli ist trotz der kurzen NĂ€chte ein guter Monat fĂŒr Planetenbeobachter.

Merkur ist Ende Juli in der beginnenden MorgendĂ€mmerung am nordöstlichen Himmel sichtbar. Seine scheinbare Helligkeit erreicht bis -0,8m. Im Teleskop zeigt er sich halb beleuchtet. Allerdings beschrĂ€nkt sich das Zeitfenster fĂŒr seine Beobachtung auf eine knappe halbe Stunde. Ab zirka 4:30 Uhr MESZ können FrĂŒhaufsteher oder SpĂ€tzubettgeher mit einem Fernglas den flinken Planeten aufspĂŒren.

Venus ist der Morgenstern am nordöstlichen Himmel! Ihr Glanz steigert sich bis auf -4,7m scheinbare Helligkeit. AuffĂ€lliger geht es kaum. Im Teleskop zeigt unser Nachbarplanet am Monatsanfang noch eine deutlich ausgeprĂ€gte große Sichel. Zum Monatsende wird Venus kleiner und nĂ€hert sich ihrer Dichotomie (halb beleuchtet). Am 12. Juli zieht Venus nahe an Aldebaran, dem Hauptstern des Stiers, vorbei.

Mars, im Sternbild Fische, verlegt seine AufgĂ€nge in die Zeit um Mitternacht (MESZ). Auch unser zweiter Nachbar wird mit seiner scheinbaren Helligkeit von bis zu -1,1m und der rötlichen Farbe zum auffĂ€lligen Objekt am sĂŒdöstlichen Nachthimmel. Im Teleskop bleibt der Anblick des Marsscheibchens noch unspektakulĂ€r.

Jupiter, im Sternbild SchĂŒtze, erreicht Mitte Juli seine Oppositionsstellung. Die gĂŒnstigste Beobachtungsposition ist erreicht, d. h. der Planet ist die ganze Nacht sichtbar, hat den geringsten Abstand zur Erde (rund 4 AE oder zirka 600 Mill. km) und erscheint am hellsten (-2,7m scheinbare Helligkeit). Das abgeplattete Scheibchen mit WolkenbĂ€ndern und der wechselnde Lauf der vier grĂ¶ĂŸten Monden Io, Ganymed, Kallisto und Europa können im Teleskop sehr gut beobachtet werden.

Saturn (ebenfalls Sternbild SchĂŒtze) erreicht wenige Tage nach Jupiter, am 20. Juli, seine Opposition. Auch hier stellen sich beste Beobachtungsbedingungen ein. Die scheinbare Helligkeit des Ringplaneten von zirka 0m ist allerdings etwas geringer als die von Jupiter, da der Planet Mitte Juli zirka 9 AE oder 1350 Mill. km von der Erde entfernt ist. Ein Blick ins Teleskop ist definitiv lohnend – die Saturnringe und die starke Abplattung des Planeten sowie die beiden großen Saturnmonde Titan und Rhea sind gut beobachtbar.

Einen entscheidenden Nachteil bietet allerdings die diesjĂ€hrige gemeinsame Opposition der beiden Riesenplaneten. Sie stehen selbst zum Zeitpunkt der Kulmination relativ horizontnah (18-20° ĂŒber dem mathematischen Horizont). Die Teleskopbeobachtung wird somit durch Turbulenzen der Luft erschwert.

Sterne und Sternbilder am Abendhimmel – besonders lohnende Objekte (Auswahl)

Von den FrĂŒhlingssternbildern verbleiben nur Jungfrau und BĂ€renhĂŒter (Bootes) am sĂŒdwestlichen Abendhimmel.Der östlichen Abendhimmel gehört den Sommersternbildern mit Leier, Schwan und Adler. Das Sommerdreieck Wega (Leier), Deneb (Schwan) und Atair (Adler) ist gut sichtbar. Zwischen dem Sommerdreieck und den FrĂŒhlingsbildern liegen die interessanten Sternbilder Nördliche Krone, Herkules sowie Schlange und SchlangentrĂ€ger. Tief im SĂŒden zeigt sich das Sternbild SchĂŒtze wĂ€hrend der Skorpion bereits wieder im SĂŒdwesten abtaucht. Der Monat Juli bietet die beste Gelegenheit, einen Blick auf die sĂŒdliche Milchstraße zu werfen.

Tipp 1: Zwei auf einen Streich! Die Kugelsternhaufen M 10 und M 12 bilden ein interessantes Paar und können in einem Fernglas ab 10x 50 gleichzeitig beobachtet werden. Ihr Abstand zueinander betrĂ€gt „nur“ rund 5000 Lichtjahre, an unserem Nachthimmel sind das 3,5°. Beide Sternhaufen liegen im Sternbild SchlangentrĂ€ger. M 10, der kleinere Haufen ist 14.000 Lichtjahre entfernt und M12, der grĂ¶ĂŸere und hellere Haufen 16.000 Lichtjahre.  

Tipp 2: Im Sternbild Herkulesfindet man den vielleicht spektakulÀrsten Kugelsternhaufen M 13 des nördlichen Nachthimmels. Das geschÀtzte Alter des Haufens liegt bei zirka 10 Milliarden Jahren und er besteht aus rund einer Millionen Sterne. M 13 ist zirka 24 000 Lichtjahre von uns entfernt.

Tipp 3: Einen dunklen Standort ohne Lichtverschmutzung wĂ€hlen und die Milchstraße im SĂŒden zwischen SchĂŒtzen und Skorpion beobachten. Fernglas nicht vergessen! Der Blick geht in Richtung galaktisches Zentrum. Direkt sichtbar ist das 26.000 Lichtjahre entfernte Zentrum unserer Galaxis nicht, da zu viele dunkle Staubwolken den Blick verstellen. Eindrucksvoll ist die Region aber allemal. Hervorhebenswert ist M 24, auch Kleine Sagittarius-Sternwolke. Hier blickt man durch ein galaktisches Staubwolkenfenster auf einen inneren Spiralarm unserer Milchstraße in zirka 14.00 Lichtjahre Entfernung. Aber auch nach weiteren Objekten lohnt es sich Ausschau zu halten: z.B. finden sich hier die offenen Sternhaufen M 6 (Schmetterlingshaufen) und M 7, die Gasnebel M 16 (Adler-Nebel) und M 17 (Omega-Nebel) sowie der Kugelsternhaufen M 22.

Tipp 4: Die Beobachtung der sĂŒdlichen Milchstraße im SchĂŒtzen kann durch M 8, den Lagunennebel, gekrönt werden. An einem dunklen Standort kann man diesen Gas- und Staubnebel mit dem Feldstecher sichten. Er ist vergleichbar mit dem Orionnebel. Es handelt sich auch hier um ein aktives Sternentstehungsgebiet und unter gĂŒnstigen UmstĂ€nden kann man im Zentrum den jungen offenen Sternhaufen erkennen, der den Nebel zum Leuchten bringt. Etwas weiter nördlich zeigt sich mit M 20 (Trifed-Nebel) ein weiterer Gasnebel.

Tipp 5: Der Juli bietet nochmals die Gelegenheit, nach Antares im Skorpion Ausschau zu halten. Die Sicht nach SĂŒden sollte allerdings frei sein, da der Stern relativ horizontnah steht. Der rotorange leuchtende „AntiAres“ (GegenstĂŒck zum Planeten des Kriegsgottes Ares/ heute Mars) ist rund 600 Lichtjahre entfernt und zĂ€hlt zur Klasse der roten Überriesen. Seine Leuchtkraft ĂŒbertrifft, trotz niedriger OberflĂ€chentemperatur, die der Sonne um das 65.000 fache und sein Durchmesser wĂŒrde, ĂŒbertragen auf unser Sonnensystem, ĂŒber die Marsbahn hinausragen. Antares ist in der letzten Entwicklungsphase eines Sterns angelangt und wird wahrscheinlich, aufgrund seiner gigantischen Masse, als Supernova enden.

Tipp 6: Der Ringnebel in der Leier M 57 ist ein planetarischer Nebel. Diese Bezeichnung ist irrefĂŒhrend. Der Ringnebel ist der Überrest eines Sterns, der seine GashĂŒlle vor zirka 20.000 Jahren abgestoßen hat. Übrig blieb ein, fĂŒr Amateure unsichtbarer, Weißer Zwerg im Zentrum des Nebels. Weiße Zwerge sind das Endstadium der Sternentwicklung fĂŒr Sterne mit einer sonnenĂ€hnlichen Masse. Der Ringnebel ist leicht auffindbar. Er liegt zwischen den sĂŒdlichen Hauptsternen des Leierparallelogramms. Allerdings braucht man ein Teleskop, dass wenigstens 50 -fache VergrĂ¶ĂŸerung bietet.

Tipp 7: Der Hantelnebel M 27 ist ebenfalls ein planetarischer Nebel und kann bereits mit einem großen Feldstecher beobachtet werden. Zu finden ist er zwischen den Sternbildern Pfeil und FĂŒchschen. Auch hier hat ein ehemaliger Riesenstern seine HĂŒlle  vor 7000 Jahren abgestoßen und erleidet gerade einen „sanften Sternentod“. M 27 ist eines der leuchtkrĂ€ftigsten Objekte seiner Art und deshalb besonders attraktiv.

Tipp 8: Zum Monatsende legt die SternschnuppenhÀufigkeit deutlich zu. Drei Meteorströme kreuzen die Erdbahn.