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Tag der Gesellschaftswissenschaften am Fridericianum | 02/2019

Oft wird behauptet, dass die Jugend von heute kein Interesse an Politik und Geschichte hat - dass dieses Vorurteil nicht stimmt, zeigte der Tag der Gesellschaftswissenschaften am Donnerstag, dem 07.02. an unserer Schule. In gleich zwei Veranstaltungen hörten unsere Schüler interessiert zu, stellten Fragen und informierten sich zu Themen aus Geschichte, Gegenwart und Zukunft.

Für die Klassen 9/10 fand ein Schulunterrichtsprojekt unter der Leitung von Jakob Fischer zum Thema: „Migration und Integration am Beispiel der Deutschen aus Russland statt. Begleitet wurde dieses Projekt durch die Wanderausstellung „Deutsche aus Russland. Geschichte und Gegenwart.“ Das Projekt wird gefördert vom Bundesministerium des Innern und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. (siehe unten den Artikel von Schülern der 10. Klasse)

„30 Jahre Mauerfall- Deutschland in Europa“ war der Titel der DOKULIVE- Präsentation für alle Schüler der 11. und 12. Klassen. Ingo Espenschied, Diplom-Politologe und Produzent aus Mainz, zeigte in bewegenden Bildern und Filmausschnitten, wie es zur Teilung und mehr als 40 Jahre später zur Wiedervereinigung Deutschlands kam, welchen Einfluss dies auf europäische und internationale Entwicklung hatte und welche Vorbehalte und Ängste dabei im Spiel waren. Ermöglicht wurde diese Veranstaltung durch die Thüringer Staatskanzlei.

„Geschichte in so einer kompakten, zusammenhängenden und anschaulichen Form ist eine ideale Vorbereitung auf das Abitur“, so die Meinung eines Schülers der 12. Klasse.

Text/Fotos: S. Gerber | 02/2019

Impressionen
SchĂĽlerbericht Kl.-St. 10

Deutsche aus Russland – Geschichte und Gegenwart

Am 07.02.2019 besuchte Jakob Fischer das Gymnasium Fridericianum Rudolstadt. Er ist der Leiter des Projektes „Deutsche aus Russland. Geschichte und Gegenwart“. Während eines zweistündigen Vortages erzählte Herr Fischer den Schülern und Schülerinnen der Klassenstufen 9 und 10 die Geschichte seiner und vieler weiterer Familien, die vor fast drei Jahrhunderten nach Russland ausgewandert sind, um dort ein neues, besseres Leben zu beginnen. Mit viel Hingabe berichtete er von den schweren Schicksalen, die die Deutschen in Russland während der beiden Weltkriege und in der Sowjetunion erleiden mussten. Erst als Konrad Adenauer 1955 mit der Sowjetunion einen Vertrag abschloss, durften die Deutschen nach Deutschland zurückkehren. Auch die Erfahrungen seiner Familie schilderte er in diesem Zusammenhang eindrücklich. Zusätzlich war er in Begleitung von drei Frauen, die ebenfalls von den Erlebnissen ihrer Familien erzählten.

Verschiedene Videos und eine Power-Point-Präsentation unterstützten seinen Vortrag. Außerdem war der Raum mit einer interessanten und sehr informativen Ausstellung gestaltet, die wir uns vor Beginn der Präsentation schon anschauen konnten.

Von Herrn Fischer haben wir erfahren, dass dieses Thema in Russland totgeschwiegen wird. Wichtig sind Menschen wie Jakob Fischer, die das Ganze miterlebt haben und dazu bereit sind, ihre Erfahrungen mit uns zu teilen. Heutzutage wird den Russlanddeutschen immer noch mit vielen Vorurteilen entgegengetreten, die endlich aus der Welt geschafft werden sollten. Trotz vieler Vorurteile und Hindernisse haben es viele Russlanddeutsche, wie z.B .Helene Fischer oder Edwin Warkentin, weit gebracht.

Herrn Fischer ist die deutsche Kultur sehr nahe. So sang er zum Schluss noch einige deutsche Volkslieder, wie „Das Heidenröslein“ oder „Die Gedanken sind frei“. Das war unser kleines, persönliches Highlight seines Projektes.

Abschließend kann man sagen, dass Herr Fischer uns durch seine Präsentation die Lage der Russlanddeutschen früher und heute näher vor Augen geführt hat. Er hat uns einen großen und wichtigen Teil der der deutschen und russischen Geschichte, der oft in Vergessenheit gerät, nahegebracht. Uns ist bewusst geworden, dass sich die heutige Jugend viel stärker mit der damaligen Zeit, die sowohl Deutschland, als auch Russland, stark geprägt hat, beschäftigen sollte.

Ein Satz von Herrn Fischer ist uns besonders im Gedächtnis geblieben. „In Russland waren wir die Deutschen und in Deutschland sind wir die Russen.“

Text: Hanna Matz, Leoni Fischer, Clemens Pohl, Jakob Breternitz | Klassenstufe 10 | 02/2019